Schon von Deutschland aus hatte ich den Kontakt mit den Menschen die hier in Coban mit Kakao arbeiten, geknüpft. Ich wollte unbedingt verstehen und lernen wie Kakao angebaut wird und unter welchen Bedingungen die Menschen die diese wunderbare Frucht ernten und uns zur Verfügung stellen, leben. Ich habe vier Tage mit ganz unterschiedlichen Farmern verbracht. Eine Zeit auf einer Farm, die wie aus einer anderen Welt war. Viertausend Hektar Land unglaublich schön und doch so ganz aus der Zeit gefallen. Die Besitzer leisten sich diese Farm als Hobby. Doch nicht alles ist schwarz und weiss. Die Besonderheit dieser Farm ist nicht nur die Grösse, sondern unter anderem auch die Tatsache, das die Arbeiter hier den Mindestlohn, Krankenschutz und einige weitere Dinge erhalten. Das ist sonst hier in Guatemala so gut wie nie der Fall. Der Mindestlohn für diese Arbeit beträgt zur Zeit 12USD. Diesen Mindestlohn bekommen die Arbeiter, wenn gearbeitet wird, sonst nicht Krankengeld und andere Errungenschaften die wir in Deutschland haben kennen diese Menschen hier nicht.

Über holprige Wege gelangten wir dann in eine völlig andere Welt.  Sebastian ist der Führer einer Kooperative ca. 100km entfernt von Coban. 100Km bedeuten hier in diesem Teil des Landes eine Fahrt über teilweise unbefestigte Strassen und dauert ca. 3 bis 3.5 Stunden. Sebastian ist ein wirklicher Leader. Ein Mensch der andere begeistern kann und der auch mich mit seiner positiven Ausstrahlung inspiriert hat. Er ist einer der Gründe dic mich nun motiviert haben, mich hier zu engagieren und mich mit dem Thema Kakao noch viel näher auseinanderzusetzen. Diese wunderbaren und liebenswürdigen Menschen, die sich mit eigener Kraft und Initiative ein besseres Leben aufbauen haben mich in ihren Bann gezogen.Unglaublich wieviel Fokus die Gruppen auf den Aufbau der Kakaoproduktion legen. Fast schon überflüssig zu sagen, das alles den Farmern gehört. Teilweise selber investiert und teilweise mit Unterstützung von NGO’s gebaut.

Nach diesen Unterschieden dachte ich dann, das andere Farmen nicht mehr sehr unterschiedlich sein können, doch ich erlebte nun eine ganz andere Form der Zusammenarbeit. Eine Kooperative die zur Zeit aus 16 Familien besteht und die alles demokratisch regeln. Eine Kooperative aus jungen und älteren Menschen. Roy, ein Mitarbeiter von Uncommon Cacao schildert mir die Vor und Nachteile aus seiner Sicht. Mit Sebastian hat er den einen Leader, der entscheidet und die Gemeinschaft unterstützt sich weiter zu entwickeln. In dieser Gruppe ist der Zusammenhalt sehr stark und es gibt keinen der in der Hierarchie oben steht. Erfahrung und Persönlichkeit geben den Ausschlag. Für Partner ist es dann nicht ganz einfach schnelle Entscheidungen zu bekommen.

Und dann haben wir den Kakao probiert. Es war für mich eine Geschmacksexplosion auf der Zunge und im ganzen Mund. Unglaubliche Aromen. Fruchtig, nussig, süss und viele andere. Dieser Kakao ist von einer unglaublichen Qualität. Und natürlich Organic oder Bio wie wir in Deutschland sagen. Bio ist hier keine besondere Produktionsart, weil der Markt es wollte, sondern einfach der Tatsache geschuldet das für künstliche Hilfsmittel einfach das Geld fehlt.

Ich bin immer noch ganz berührt und habe schon entschieden ganz sicher wieder hierhin zu kommen und zu unterstützen.